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Kreativität als Herausforderung


Wenn man rund um die Uhr herausgefordert ist, 'Sinnvolles' zu produzieren --siehe die hunderte von Seiten im Hochschul-Umfeld--, dann hat man auch schon mal das Bedürfnis, 'querfeldein' zu denken, mit Themen einfach so zu 'spielen', oder gar direkt mit 'Unsinn' zu experimentieren. Natürlich ist das nicht jedermanns Sache... In einer Welt, die ständig nach 'Professionalität' verlangt, mag sich keiner eine Blöße geben....Was könnten denn die Leute denken? Als ob der Schein der Professionalität den wahren Sachstand unseres Lebensprozesses wiedergibt. 'Professionalität' ist allemal eine relative Größe. Nicht starre Mauern sind gefragt sondern transparente, dynamische Prozesse.'Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...' steht schon in der Bibel...was nicht unbedingt viel heissen muss. Wer aber z.B. 'morgen' neue, innovative Produkte haben will, muss das 'Gute' von 'heute' als möglichen 'Schrott von morgen' erkennen und der muss heute Dinge denken, an die die meisten anderen noch nicht denken. Ohne 'Kreativität' (natürlich auch nicht ohne hinreiches Wissen) wird dies nicht gelingen. Warum gibt es so wenig 'kreative' Menschen? Ist die Angst vor 'Veränderungen', vor 'Andersheit' stärker als die 'Lust auf Neues'? 'Ordentliche' Kinder sind allemal beliebter als 'unordentliche', da 'pflegeleichter'.... Leben gibt es aber nur im Doppelpack mit 'Sterben', Erfolg nur zusammen mit möglichem Scheitern. Wer Wahrheit will, muss den Mut haben, viele Fehler zu machen. Die 'politische Korrektheit' unsere Tage kann aus diesem Blickwinkel auch als 'Todeshauch' erscheinen, der eine lebendige, erfolgreiche Gesellschaft im Keime zu ersticken droht... (Dieser Text ist schon älter, aber ich finde ihn immer noch gut, 24.4.2021)

Offene Wissenschaft


Ich stehe mehr denn je für das Ideal einer OFFENEN WISSENSCHAFT' (OPEN SCIENCE). Dies mag auf den ersten Blick widersprüchlich klingen, da 'Wissenschaft' von ihrem Selbstverständnis her grundsätzlich offen ist, aber in der Realität finden wir heute eine starke Zersplitterung von Disziplinen, so dass die wichtigen Querbezüge und integrierenden Denkmodelle drohen, auf der Strecke zu bleiben. Dazu kommt, dass die Politik und Wirtschaft die Universitäten -- nicht wirklich neu -- unter Druck setzen bei gleichzeitigem Entzug von finanziellen Mitteln. Dies führt zu einem Entzug an realer Denkzeit und motiviert ein Konkurrenzdenken zwischen den Lehrstühlen und Institutionen, die den Geist eines wahrhaft offenen interdisziplinären Denkens ernsthaft bedrohen. Auch leidet das Verständnis von Wissenschaft in der Öffentlichkeit: die Zahl der Menschen, die Wissenschaft bedrohlich finden statt Leben-Erhaltend nimmt zu.

Finale


Wenn man älter wird -- was bei mir unübersehbar der Fall ist :-) -- dann gewinnen die Ereignisse und Themen der Vergangenheit oft eine ganz andere Bewertung. Manches, was so wichtig schien, zählt kaum noch; scheinbar Unwichtiges erstrahlt plötzlich in neuem Glanz. Das Thema Philosophie, die zentrale Frage nach der Wahrheit, traf mich ca. 1967 erstmalig, hat sich seitdem weiter verstärkt, war bisweilen jahrelang intensiv, und hält sich immer noch in der 'Spitzengruppe' meiner Themen. Im Lauf der Jahre wurde es um weitere Themen ergänzt. In den letzten 15 und mehr Jahren wurden zusätzlich sehr dominant die Themen Systems-Engineering (durch meinen Freund Louwrence), Mensch-Maschine Interaktion, Lernende Systeme (KI, ML,...), Simulation Interdisziplinär, evolutionäre Systeme und Komplexität. Als ich dachte, jetzt 'blicke ich durch' -- zumindest prinzipiell :-) -- verwickelten mich die Architekten (speziell Hans-Jürgen) in das Thema Stadtplanung, Kommunalplanung und Bürgerbeteiligung. Dies führte dazu, dass ich alle bisherigen Theorien und Modelle nochmals neu durchdacht habe. Herausgekommen ist eine neue Vision von kollektiver Mensch:Maschine Intelligenz als Prozessmodell, um Nachhaltigkeit theoretisch und praktisch so möglich zu machen, dass jeder Mensch dabei sein kann, so, wie er ist, nur mit normaler Sprache; etwas, was ich selbst bis zu diesem Zeitpunkgt für völlig unmöglich gehalten hatte. Wie auch immer. Mittlerweile haben wir zur Theorie auch die erste Version einer serverbasierten Software (dank Tobias), die solch ein Prozessmodell global unterstützen kann. Momentan testen wir diese Software mit verschiedenen interdiszipinären Teams.

PS: Ich werde immer gefragt, warum ich meine Hauptseite doeben-henisch.de in einem solch alten Stil führe. Darauf gibt es zwei Antworten: (i) Ich möchte mit diesem etwas altertümlichen Web-Layout daran erinnern, dass das Web noch vor nicht so langer Zeit überhaupt einfach war ... und (ii) war dieses Layout das Geschenk von einem Freund, der viel zu früh gestorben ist. Es ist meine Erinnerung an ihn...