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11.September-Smog. Versuch der Annäherung an ein komplexes PhänomenAUTHOR: Gerd Döben-Henisch DATE OF FIRST GENERATION: Oct 14, 2001 DATE OF LAST CHANGE: Oct-28, 2001 EMAIL: Gerd Döben-Henisch Copyright (c) Gerd Döben-Henisch - Oct. 2001 ==> Die Materialsammlung zum Thema 11.September mit Schwerpunkt Islam ist zwar seit dem letzten Eintrag am 28.Oktober 2001 enorm gewachsen, aber es fehlt -wie so oft- die Zeit, dieses Material hier adäquat aufzubereiten..... irgendwann kommt die Fortsetzung! |
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1)
11.September 2001 - Der Auslöser Das nebenstehende Bild kann nur ein unvollkommenes und zudem sehr grobes Diagramm aller involvierten Aspekte repräsentieren. Neben dem vielen Negativen, was in diesen Tagen bekannt wird und die Gemüter der Menschen bewegt, gibt es sicher mindestens ein positives Phänomen, zumindest in westlichen Ländern, das ermutigt: es finden sich Menschen in neuer Qualität zu Gesprächen zusammen. Jeder spürt, dass der "Weltprozess" eine Phase erreicht hat, wo von allen Beteiligten mehr gefordert wird, als nur ein "Routinejob".
Neben den vielen bemerkenswerten Dingen, die seit dem 11.Sept. 2001 geschehen sind, scheint mir die inneramerikanische Initiative 'not in our name' äusserts bemerkenswert !!! |
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2)
Der unbekannte Islam Das verwirrende Bild, das der Islam "von aussen" auf den ersten Blick bietet, ist kein Zufall. Wie u.a. auch Otto Kallscheuer in der FAZ (21.10.2001, S.9) ausführt, hat der Islam keine den christlichen Kirchen vergleichbare einheitliche Verfassung. Die "Umma", die Gemeinschaft der Muslime, hat Hunderte von Existenzweisen. Es gibt keine "corporate identity" des muslimischen Universalismus. Jeder (sich selbst ernannte) Mullah kann seine "Fatwa" erlassen, ohne dass ihm eine zentrale Instanz dies untersagen könnte. Diesen Zustand kann man als Schwäche auffassen, vergleicht man ihn mit der straffen zentralen Leitung einer katholischen Kirche, oder aber als Stärke: die Vielfalt der Erfahrung und des Wissens aller Gläubigen kann Eingang in das islamische Glaubensverständnis und die islamische Glaubenspraxis finden. Für "Aussenstehende" wie für uns erschwert diese Vielfalt zunächst aber erst einmal den Zugang zum Phänomen. Die folgenden Notizen können daher nur als ein erster Versuch verstanden werden, zu einem Verständnis des Islam heute zu kommen (es gab ein weiteres Treffen am 28.Okt.2001; weitere mit muslimischen Gästen sind geplant).
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Wichtige Richtungen im Islam 3.1) Die Ursprünge Schaut man sich den Islam näher an, muss man feststellen, dass auch in einer historischen Perspektive das Bild keinesfalls einfacher, sondern zunächst einmal verwirrender wird. Auffällig ist von Anbeginn die enge Verquickung von Macht, Politik und Religion. Nach der Darstellung von Hourani:1992, wuchs Muhammad in einem Milieu von Händlern auf; er heiratete eine Kaufmannswitwe. Seine Lehre gewann ihre endgültige Form inmitten des Interessenkonfliktes konkurrierender Stämme und Städte. Die Zulassung militärischer Mittel zum Erhalt der eigenen Interessen scheint im Umkreis von Muhammad -im Gegensatz zur christlichen, nicht aber zu Teilen der jüdischen Tradition- kein Problem zu sein. Während Muhammad vor seinem Aufenthalt in Medina eher die Nähe zur jüdisch-christlichen Tradition betont hatte, stellte er in der Zeit in Medina dann eher die Eigenheit des Islam gegenüber der jüdisch-christlichen Tradition in den Vordergrund. So kann z.B. die Änderung der Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka kann möglicherweise aus dem Streit mit den Juden resultieren; diese erkannten Muhammad als Prophet nicht an und der wiederum kritisierte an ihnen, dass sie Teile der Offenbarung zurückgehalten hätten. Es lag daher nahe, den Bezug zu Abraham als gemeinsamen "überkonfessionellen" Stammavater zu betonen, zumal Abraham als der Gründer des haram von Mekka galt und ein Bündnis mit Mekka politisch und wirtschaftlich von grosser Bedeutung war. 630 n.Chr. übernahm Muhammad kampflos Mekka, behielt aber Medina als seinen Hauptsitz bei. Nach dem Tod der Kaufmannswitwe Chadidscha schloss Muhammad mehrere Ehen, denen politische Überlegungen zugrunde gelegen haben sollen. Da Muhammad mit seinen Anhängern viele Oasen und Märkte kontrollierte, nahm seine wirtschaftliche Macht zu; politisch und militärisch war seine Macht gross genug, neben religiös motivierten Spenden auch direkten Tribut einfordern zu können. Bei seinem letzten offiziellen Besuch in Mekka 632 hielt Muhammad eine Rede, die als endgültige Erklärung seiner Botschaft festgehalten wurde. In dieser Rede gibt es die Aussage, dass Muslime alle Menschen bekämpfen sollen, bis diese sagten: "Es gibt keinen Gott ausser Gott." (Hourani:1992, S.41). Nach dem Tod Muhammads wurde ein Nachfolger (=chalifa , Kalif) aus dem Kreis seiner ersten Gefährten, den einflussreichen Männern von Medina sowie den frisch bekehrten führenden Familien von Mekka gewählt. Der Kalif war kein Prophet, in diesem Sinne auch kein Gesandter Gottes, aber dennoch Oberhaupt der Gemeinde. Als solcher kam ihm eine gewisse religiöse Autorität zu. Da der von Muhammad eingerichtete haram keine natürliche Grenzen besass, fand sich hier ein gewisser Universalismus, der schon in den letzten Jahren Muhammads dazu geführt hatte, dass militärische Expeditionen bis in die Grenzgebiete des byzantinischen Reiches entsandt worden sind. Diese Ansätze drängten auf Weiterführung. Ebenso erzwang der aufkommende Widerstand der zu Lebzeiten von Muhammad verbündeten Stammesführern eine machtvolle Antwort, um den Abfall dieser Stämme zu verhindern. Unter Abu Bakr wurde daher ganz offiziell ein Heer geschaffen und die militärische Aktion wurde zu einem 'normalen' Element der Machtausübung. Kurze Zeit nach 644 waren ganz Arabien, das Sasanidenreich und die syrischen und ägyptischen Provinzen des byzantinischen Reiches erobert. Um dieses wachsende Riesenreich regieren zu können wurden überall befestigte Feldlager eingerichtete, teilweise in Städten, teilweise kam es zu Neugründungen, die sich dann sehr schnell selbst zu Städten entwickelten (z.B. 'Fustat' in Ägypten). Um die vielen Anhänger zu befriedigen, wurde sehr bald ein Entlohnungssystem geschaffen. Doch konnte nicht verhindert werden, dass es zu zahlreichen Spannungen kam: einmal zwischen den ärmeren Volksgruppen und den neuen Eliten, dann aber auch innerhalb der Elite selbst; neben allzumenschlichen Emotionen war das Element der reinen Macht und des Geldes nie völlig zu eliminieren. So hatten z.B. die ersten Gefährten Probleme mit den neu Hinzugekommenen, die Familien aus Medina sahen ihren Einfluss gegenüber den neuen Zentren im Norden schwinden. Unter dem dritten Kalifen Uthman ibn Affan kamen diese Spannungen voll zum Ausbruch. Nach der Ermordung von Umar sollte Uthman die unterschiedlichen Interessen integrieren. Aber er betrieb eine Familienpolitik, die den Widerstand der anderen Gruppen heraufbeschwor und die 656 zu seiner Ermordung führte. Es entbrannte ein erster Bürgerkrieg, in dem sich Ali ibn Talib zum Kalifen ernannte und mit militärischen Mitteln versuchte, seine Gegner auszuschalten. Nach ersten Erfolgen gegen die Uthmann-Anhänger traf er dann auf Mu'awiya ibn Abi Sufyan, den syrischen Statthalter und engen Verwandten von Uthman. Nach monatelangen Verhandlungen wurde Talib ermordet und Mu'awiya rief sich zum Kalifen aus. Mit der Machtergreifung der Umaiyaden wurde die Besetzung des Kalifats erblich. Eine Bestätigung oder gar Wahl durch die Gemeinde fand nicht statt. Das Machtzentrum verlagerte sich nach Damaskus und die militärische Expansion erreichte im Westen Ende des 7.Jh. Spanien und im Osten den Fluss Oxus und das nordwestliche Indien. Die Herrschenden selbst übernahmen Verwaltungsmethoden und höfische Elemente der byzantinischen Kaiser und der iranischen Könige. Zur Stabilisierung der Macht wurde 690 das Arabisch als Verwaltungssprache eingeführt, dazu neue Münzen mit arabischen Inschriften. Monumentale Repräsentationsbauten wurden in den verschiedenen Zentren errichtet, insbesondere gewaltige Moscheen (deutsch 'Moschee' von dem spanischen Wort 'Mesquita' für das Gebäude für das Gemeinschaftsgebet, das arabisch 'masdschid' heisst) in Damaskus, Aleppo, Medina und Jerusalem, später auch in Kairuan und Cordoba. Um die Eigenständigkeit des Islam gegenüber dem Judentum und Chistentum zu untermauern, wurde 690 der Felsendom in Jerusalem gebaut; er stand auf dem Platz des jüdischen Tempels, der in einen muslimischen haram umgewandelt worden war. Nach jüdicher Überlieferung hatte Abraham auf diesem Felsen Gott seinen Sohn Isaak geopfert. Die Inschriften im Felsendom künden von der Grösse Gottes und fordern unter anderem die Christen auf, Jesus als einen Apostel Gottes, als sein Wort und seinen Geist, aber nicht als seinen Sohn, anzuerkennen. Die Stärkung des muslimischen Glaubens als ein 'Bindemittel' des grossen islamischen Reiches führte aber auch dazu, dass sich Kräfte organisierten, die aus dem Geist des Glaubens heraus andere Kriterien für die Bestimmung des Kalifen für Rechtens ansahen. Neben der Strömung der charidschiya, die als einziges Kriterium für die Auswahl eines Imam die Tugend postulierten, gab es noch jene Gruppe, die die Herrschaftsansprüche der Prophetenfamilie duchsetzen wollte. Diese Gruppe berief sich direkt auf die Nachkommen von Ali ibn Talib (Gefährte Muhammads, hatte Muhammads Tochter Fatima zur Frau). Man sprach ihm und seinen Nachkommen eine besondere Beschaffenheit der Seele und und eine besondere Kenntnis der inneren Bedeutung des Koran zu. Sie glaubten, dass einer der Nachkommen des Propheten eines Tages auftreten werde, um die Herrschaft der Gerechtigkeit einzusetzen. Dieser zukünftige Führer wurde mahdi genannt ('der von Gott Geleitete'). Hier liegen die Wurzeln für die 'Parteigänger Alis' (= 'schi'at Ali' = Schiiten). Husain, der zweite Sohn Alis, zog 680 in den Irak, um dort Unterstüzung zu finden. Aber er fiel in einem Gefecht bei Kerbela im Irak. Auch ein anderer Sohn von Ali, Muhammad ibn al-Hanafiya (nicht von Fatima), scheiterte einige Jahe später mit seiner Revolte. 40 Jahre später gelang es dann aber den Nachkommen des Onkels von Muhammad, nämlich von al-Abbas, eine neue Opposition vom Rande der syrischen Wüste aus aufzubauen. Mit der Berufung darauf, dass der Sohn von Muhammad ibn al-Hanafiya ihnen das Nachfolgerecht übertragen habe, organisierten sie von Kufa aus mit Abu Muslim ein schlagkräftiges Heer. Unter einem schwarzen Banner gelang es diesen Kräften, die Umaiyaden in mehreren Schlachten 749-50 zu schlagen. Der letzte Umaiyade wurde bis nach Ägypten verfolgt und dort getötet. Als neuer Kalif wurde Abul-Abbas, ein Nachkomme von al-Abbas, in Kufa ausgerufen. Die neuen Herrscher, nach ihrem Gründer ABBASIDEN genannt, verlegten die Hauptstadt in den Irak, in das neugegründete Bagdad. Die höfische Struktur gewann neue Konturen. Als neue Elemente wurde der Ratgeber des Kalifen, der wazir eingeführt, der der Verwaltung vorstand. Daneben gab es neue Ämter ('diwan') für das Heer, die Kanzlei und das Schatzamt. Auch wurde später das Richteramt verselbständigt und dafür ein eigenes Amt geschaffen ('qadi'). Ein Besteuerungssystem wurde eingeführt, das möglichst mit den Regeln des Islam im Einklang stehen sollte. Es gab aber auch ein Spionagenetz zur Kontrolle der Loyalität der untergebenen Statthalter und eine Armee, die mehr und mehr durch gekaufte Sklaven und durch Soldaten der türkischsprachigen Nomadenstämme gebildet wurde. Dies führte schleichend zu einem immer grösseren Einfluss der türkischen Militärführung auf den Kalifen. Unter al-Mu'tasim (833-42) wurde der Hauptsitz dann von Bagdad weg nach Samarra verlagert. Der Konflikt mit den Nachfolgern Alis und ihren Anhängern, den Schiiten, schwelte weiter. Neben friedlicher Kooperation mit schiitischen Imamen kam es immer wieder auch zu oppositionellen Aufständen. Al-Ma'mun (813-33) war auch der letzte Kalif, der noch versucht hatte, eine einzige Glaubensauslegung zu erzwingen. Allmählich setzte sich der Glaube an die Bedeutung des Koran und das Handeln (sunna) des Propheten als Grundlage eines einheitlichen Glaubens durch und verfestigte sich nach und nach zu einer Richtung, die sich vom Schiismus unterschied und als Sunnismus bekannt wurde. Dem Umfang der islamischen Welt entsprechend stand der zunehmenden Vereinheitlichung durch arabische Sprache und islamischer Religion eine überwältigende Vielfalt an lokalen Elementen entgegen, die zu velfältigen produktiven Entwicklungen führte. Aufgrund der Grösse des islamischen Reiches konnten die Abbasidenherrscher nicht verhindern, dass lokale Statthalter einen fast autonomen Einfluss gewannen, so z.B. die Saffariden im Ostiran (867-ca.1495), die Samaniden in Chorasan (819-1005), die Tuluniden in Ägypten (868-905), die Aghlabiden in Tunesien und Sizilien (800-909), die Buyden (im weitesten sinne Schiiten) ab 945 in Bagdad, Rustamiden in Algerien (777-909), die Hamdaniden in Syrien (905-1004), die Zaididen am kaspischen Meer und im Jemen (9.Jh.)
Forts. folgt ....
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ca. 570 n.Chr. Geburt von Muhammad in Mekka 622 Flucht aus Mekka und Schutzsuche (=hidschra) in der Oase Yathrib (= Medina) 630 Übergabe von Mekka an Muhammad (der seinen Sitz in Medina behielt) 632 Letzter Besuch Muhammads in Mekka; Muhammad starb im gleichen Jahr Die RASCHIDUN (die 'rechtgeleiteten' Kalifen): 632-34 Erster Kalif (chalifa = Nachfolger) Muhammads wurde Abu Bakr, Gefährte der ersten Stunde, dessen Tochter A'ischa eine Frau von Muhammad war 634-44 Umar ibn Abd al-Chattab. Wurde aus persönlicher Rache ermordet. 644-56 Uthman ibn Affan. Er wurde ermordet. 656-61 Ali ibn Talib. Er ernannte sich selbst zum Kalifen. Ein Frühbekehrter, hatte Muhammads Tochter Fatima zur Frau. Er wurde während den Verhandlungen mit Mu'awiya ermordet. Die UMAIYADEN 661-680 Mu'awiya ibn Abi Sufyan I. Er rief sich nach dem Tod von Talib zum Kalifen aus. Hasan, der älteste Sohn Talibs, duldete dies. 680-83 Yazid 683-4 Mu'awiya II 684-5 Marwan I 685-705 Abd al-Malik 690 Das Arabisch wird zur Amtssprache; neue Münzen ohne Bilder 705-715 al-Walid 715-17 Sulaiman 717-20 Umar ibn Abd al-Aziz 720-4 Yazid II 724-743 Hischam 743-44 al-Walid II 744 Yazid III 744 Ibrahim 744-50 Marwan II
Die ABBASIDEN 749-54 Abu l-Abbas as-Saffah 749-54 Abu l-Abbas as-Saffah 754-55 al-Masur 775-85 al-Mahdi 783-6 al-Hadi 768-809 Harun ar-Raschid 809-13 al-Amin 813-33 al-Ma'mun 833-42 al-Mu'tasim 842-7 al-Wathiq 847-61 al-Mutawakkil 861-2 al-Muntasir 862-6 al-Musta'in 866-9 al-Mu'tazz 869-70 al-Muhtadi 870-92 al-Mu'tamid 892-902 al-Mu'tadid 902-8 al-Muktafi 908-32 al-Muqtadir 932-4 al-Qahir 934-40 ar-Radi 940-4 al-Muttaqi 944-6 al-Mustakfi 946-74 al-Muti 974-91 at-Ta'i 991-1031 al-Qadir 1031-1075 al-Qa'im 1075-94 al-Muqtadi 1094-1118 al-Mustarschid 1135-6 ar-Raschid 1136-60 al-Muqtafi 1160-70 al-Mustandschid 1170-80 al-Mustadi 1180-1225 an-Nasir 1225-6 az-Zahir 1226-42 al-Mustansir 1242-58 al-Musta'sim |
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Die
Quellen und ihre Interpretation; Islamismus Erste Notizen:
Für die Quelle des Islams, dem Koran, gilt nach Hourani:1992, S.42f, dass die Verkündigngen Muhammads, die zu verschiedenen Zeiten erfolgten, zunächst nur im Gedächtnis seiner Anhänger festgehalten wurden, die teilweise schriftliche Notizen gemacht haben können. Die Mehrheit der Gelehrten geht davon aus, dass der Vorgang des Sammelns der unterschiedlichen Versionen und das Zusammenstellen zu einem gemeinam akzeptierten Text erst nach Muhammads Tod abgeschlossen worden ist. Nach traditioneller Darstellung geschah dies zur Zeit seines dritten Nachfolgers Uthmann (644-656), aber es wurden auch spätere Zeitpunkte genannt. Und einige muslimische Sekten beschuldigen andere, Material in den Text eingefügt zu haben, das nicht vom Propheten überliefert wurde. Vergleicht man den Koran mit den zur Zeit Muhammads bekannten Überlieferungen, Sitten und Gebräuchen, so kann man natürlich Anklänge an vieles finden, das ihn umgab, z.B. jüdische Ideen, Bilder des jüngsten Gerichtes und des Himmels ähnlich denen in der Ostkirche, Abwandlungen alttestamentlicher Geschichten, manichäische Elemente bzgl. den Offfenbarungen an viele Völker, Moralvorstellungen der Zeit mit Neubewertungen. Dies alles kann allerdings die Originalität des Korans als Ganzen nicht schmälern, genausowenig wie die vielen zeitgenössischen Anklänge des jüdischen Alten Testamentes dessen gewaltige Grundaussage nicht schmälern können.
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Ist der Islam prinzipiell dialog-unfähig?
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Wird
der Islam durch partikuläre Machtinteressen missbraucht?
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Die Gemeinsamkeiten von Judentum, Christentum und Islam
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Die
Vernichtung Gottes durch die allzumenschlichen Egoismen?
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Die
Globalisierung als notwendiger Denkrahmen für die Zukunft
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Warum
gibt es keinen Gott für alle?
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Literaturnachweise Neben
den zitierten Artikeln aus Zeitungen war folgende Literatur
verfügbar: Muhammad [1992, 2.Aufl.], "Der Koran", Deutsche Übersetzung von Adel Theodor Khoury unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah, Gütersloher Verlagshaus, Gerd Mohn Rudi PARET [1980, 2.Aufl.1977, 5.Aufl. 1983], "Der Koran. Kommentar und Konkordanz", Kohlhammer Verlag, Stuttgart - Berlin - Köln Annemarie SCHIMMEL [1982, 3.Aufl.1991], "Gärten der Erkenntnis. Das Buch der vierzig Sufi-Meister", Eugen Diederichs Verlag, München
weitere folgt...
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