DEMOKRATIEAUTHOR: Gerd Döben-Henisch DATE OF FIRST GENERATION: March-15,2002 DATE OF LAST CHANGE: May-25,2005 EMAIL: Gerd Döben-Henisch Copyright (c) Gerd Döben-Henisch - March 2002 |
Nie wirklich schlecht,
nie wirklich gut,
damit aber auf Dauer besser als alle Extreme ....
falls sie es schafft, Extremlagen
zu vermeiden...
Berücksichtigt man das Beispiel des Lebensprozesses (von dem der Demokratiprozess nur ein winziger Teil ist), dann reicht die Annahme 'der grossen Zahl', der 'langen Zeit' sowie der 'Zufälligkeit der Auswahl' allerdings nicht aus zur Erklärung eines 'sinnvollen' Prozesses.
Die Tatsache, dass der 'Lebensprozess' nach mehreren Miliarden Jahren den Zustand erreicht hat, den er heute hat, ist nach dem heutigem naturwissenschaftlichen (!) Wissen um Kausalzusammenhänge mathematisch dermassen unwahrscheinlich, dass er sich unserem realen Vorstellungsvermögen nahezu entzieht.
Formal, mathematisch, bleibt bei der Betrachtung dieses Prozesses dann nur die Möglichkeit, in das Theoriemodell einen 'hidden factor' einzuführen, der 'am Werke' sein muss, um den beobachtbaren Prozess auf den 'Kurs' 'zu ziehen', den er nun mal 'empirisch beobachtbar' eingeschlagen hat.
Die 'Natur' dieses 'hidden factors' ist damit aber noch weitgehend ungeklärt.
Seine Aufklärung ist möglicherweise ein Beitrag zur Aufklärung dessen, 'was das Ganze eigentlich soll', der berühmte 'Sinn'...
Aus der formalen Verfasstheit eines demokratischen Prozesses ergibt sich wenig direkt für die 'inhaltliche Ausrichtung'
dieses Prozesses.
Die gesetzlichen Grundlagen ('Grundgesetz') sind letztlich nur Zeichenketten,
deren 'inhaltliche
Deutung' an die gebunden ist, die diesen Zeichenketten 'interpretieren'.
Eine solche Interpretation ist grundsätzlich völlig 'frei'.
Es entscheiden die, die aktuell 'das Sagen haben'.
Und da beisst sich die Katze in den Schwanz...
Als Teil des allgemeinen Lebensprozesses kann der demokratische Prozess sich in begrenztem Rahmen 'selbst definieren';
demokratisch verfasst kann ein Teil des allgemeinen Lebensprozesses 'für sich selbst' entscheiden,
wie er sich selber fortsetzen will.
Würde es aber soetwas wie den berühmten 'Sinn des Ganzen' (s.o.) geben, hätte der demokratische
Prozess auf Dauer ein Problem,
sollte er sich von diesem vorausgesetzen 'Sinn des Ganzen' 'zu weit' 'wegbewegen'.
Das Ausmass an menschlich verantworteter Gewalt und kriegerischer Zerstörung demonstrieren
die 'Realität' einer 'Freiheit', Teile des Lebens, das man selbst nur 'vorfindet', zu zerstören.
Andererseits, wenn es wirklich solch einen 'Sinn des Ganzen' gibt, dann zeigt er sich gerade darin, dass es trotz dieser manifesten 'Freiheit zur Zerstörung' über Jahrhunderttausende hinweg auch die 'Möglichkeit' und die 'Kraft' gibt, 'aufzubauen' (wichtiger Aspekt für das Thema Zukunft).
Bei allen Unzulänglichkeiten in der Umsetzung bleibt die Existenz demokratisch organisierter Lebensprozesse eines (das?) der grössten Wunder, die der Lebensprozess bislang hervorgebracht hat.
Wenn man begreift, dass alle (notwendigen) Ideale in der realen Welt immer nur in Form von Annäherungen gelebt werden können, in Fragmenten, dies aber unausweichlich, dann kann man irgendwann seine Abneigung gegen die konkrete --und meist sehr gescholtene-- konkrete Politik überwinden und einen Sinn darin erkennen, 'vor Ort' etwas 'Kleines' zu tun, weil man etwas 'Grosses' im Auge hat....ich habe mich seit Sept 2007 z.B. den Grünen/Bündnis90 angeschlossen; Reden kann jeder, handeln auch....